Deutsches Simutransforum

Normale Version: Linux installieren mit EFI
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Jetzt stell ich auch mal eine Frage hier an die Experten:

Ich werde mir demnächst einen neuen Rechner zulegen, und der wird aller Voraussicht nach (U)EFI statt BIOS mitbringen. Da ich damit aber überhaupt keine Erfahrungen habe, habe ich dazu ein paar Fragen. Ich habe schon etwas recherchiert, aber die Informationen dazu sind widersprüchlich, und je mehr ich darüber lese, desto verwirrter bin ich.

Also ich möchte nur Linux auf der Platte installieren (eventuell später ein weiteres Linux).

Offenbar gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Linux mit EFI installieren
2. Linux ohne EFI installieren sofern es einen Kompatibilitätsmodus gibt

Variante 1

Mit EFI zu installieren scheint mir am einfachsten zu sein, in dem Fall müßte ich eine GPT anlegen und eine /boot/efi - Partition vorsehen.
Brauche ich dann zusätzlich noch eine /boot Partition für den Bootloader, oder übernimmt das EFI und ich wähle die Distribution dort aus, falls mehrere installiert sind?

Wenn ich dann aber Sätze lese, wie diesen kommen mir aber Zweifel:

"Kurzum: Aus Linux-Sicht ist EFI momentan selten erforderlich. Die meisten EFI-Mainboards sind in der einen oder anderen Weise BIOS-kompatibel. Die Verwendung des BIOS-Modus ist mit keinen Nachteilen verbunden und erspart häufig eine Menge Installationsärger. (Die EFI-Kompatibilität vieler Linux-Distributionen lässt noch sehr zu wünschen übrig ...)"

(http://www.pro-linux.de/artikel/2/1545/e...linux.html)

Zugegebenermaßen schon etwas älter, möglicherweise gilt das so nicht mehr.

Bei Variante 2

bin ich momentan völlig ratlos, wie das gehen soll, da es offenbar keinen MBR mehr geben soll, oder gibt es den in dem BIOS-Modus dann doch?

Offenbar ist es sogar möglich Linux mit GPT aber ohne EFI zu installieren, wie hier geschildert, dort wird GPT ausdrücklich empfohlen:

"GPT ist zwingend notwendig für EFI aber EFI (zumindest unter Linux) nicht für GPT. Das Betriebssystem, BIOS und Bootloader müssen es nur unterstützen. Neuere BIOS sollten das, aktuelle Bootloader (grub-legacy nicht) auch. Und sogar Windows kommt damit klar (solange es nicht ohne EFI von GPT booten muss). Also wenn ihr neu formatiert kann ich nur GPT empfehlen. Dabei muss man sich auch um das ganze Alignment keine Gedanken machen, da es die neueren Tools alle unterstützen. Partitioniert man auf Konsole nimmt man einfach statt fdisk – das von der Bedienung identische – gptfdisk. Dabei wird auch gleich passend auf 1-MB alignment formatiert."

(http://feitel.indeedgeek.de/2012/10/mbr_vs_efi/)

Das dort dargestellte Verfahren scheint mir allerdings reichlich kompliziert.

Hat irgendjemand von Euch schon Erfahrungen damit gemacht, was würdet Ihr mir raten?
Also .... habe selber mit EFI noch keine Erfahrung ... auch beruflich (noch) nicht.

Es fehlt noch eine superwichtige Info dazu .. welche Distri willst Du denn nehmen? Alle "aktuellen" sollten es eigentlich beherrschen (Betonung auf "sollte" und "eigentlich")
Also wenn dein BIOS es erlaubt das (U)EFI abzuschalten dann würde ich das auf jeden Fall tun und du ersparst dir das ganze Theater ohne auf irgendwas zu verzichten. Läßt es sich nicht abschalten sollten aktuelle Linux Distributionen in der Lage sein weitgehend selbständig die nötige Konfiguration und Bootloader zu erstellen.

Ein weiteres Problem mit UEFI kann das implementierte "SecureBoot" sein wo der Hardwarehersteller voreinstellen kann was für betriebssysteme du auf dem System installieren darfst... also da würd ich mir auf jeden Fall noch vom Verkäufer bestätigen lassen daß es keine Beschränkungen gibt. Wink
Also wahrscheinlich nehme ich erstmal Linux Mint. Momentan aktuell ist Nadia, aber bis ich meinen neuen Rechner habe, gibt es wahrscheinlich schon eine neue Version. Eventuell auch Ubuntu, aber ehrlich gesagt, glaube ich nicht, daß ich mich mit Unity anfreunden kann.

Vielleich probiere ich alternativ dazu auch mal Arch Linux aus, ich habe von einigen Leuten gehört, daß sie ganz begeistert davon sind.

Auf jeden Fall möchte ich uneingeschränkt Live CDs booten können.

Secure Boot sollte man eigentlich ausschalten können, soweit ich weiß, sollte das nur ein Problem sein, wenn man parallel noch Windows installiert hat.

Bisher habe ich immer gparted genommen und die vorgeschlagene Partitionierung verwendet. Aber diesmal möchte ich gerne eine eigene Partition für das Home-Verzeichnis anlegen.

The Transporter

Alle aktuellen Rechner sollten UEFI als Firmware, anstatt dem BIOS verwenden.
Es wird schwierig bis unmöglich sein, einen neuen Rechner mit einem BIOS zu bekommen.
Wenn die Bootplatte größer 2Tb (genaue Grenze finde ich jetzt kurzfristig nicht) ist, wird GPT und damit UEFI benötigt. Fertigrechner von größeren Anbieter müssen laut MS Secureboot können, was abschaltbar sein soll. Secureboot benötigt UEFI.
UEFI bietet einmal den reinen UEFI Modus, und dann das CSM (Compatibility Support Module). CSM gaukelt dem Rechner ein BIOS vor, was nicht vorhanden ist.
In der C'T 05/2013 wird da einiges gut beschrieben ( Praxis: Gesichtskontrolle). Da geht es zwar um Secureboot mit Linux, es werden aber auch viele Hintergrundinformationen gegeben.
Hier ein paar Links dazu
Mit Samsung Notebooks und UEFI gibt es z.Z. ein großes Problem. Evtl. ist es ein Fehler in der UEFI Software des Herstellers Phoenix
Zitat:Original von The Transporter
Wenn die Bootplatte größer 2Tb (genaue Grenze finde ich jetzt kurzfristig nicht) ist, wird GPT und damit UEFI benötigt.
Diese Einschränkungen gelten nur bei Verwendung von Windows als Betriebssystem, das ist schon seit Jahrzehnten so daß Linux hier keine Macken macht auch was mehr als 3GB Arbeitsspeicher mit 32bit Systemen betrifft. Ich hatte mal eine 2GB Festplatte in einen 80486er geschraubt und Linux drauf installiert, kein Problem ... aber als das Gerät später verschenkt wurde und der Empfänger unbedingt Windows haben wollte erkannte das nur 500MB, Erklärung war dann: das BIOS meldet ja nur die 500. Da mußte dann eine extra PCI-Controllerkarte eingebaut werden damit es auch Windows kapierte Wink
Eine kleine Einschränkung:
Es gibt auch unter Linux Systeme, welche nicht von großen Platten booten. Mein Server (der die nightlys Produziert), kann nicht von Platten über 1TByte booten. Deshalb ist dort noch eine "kleine" 300GByte-Bootplatte drin ;o).

Wenn linux dann "gegriffen" hat, sind selbst supergroße Platten (3TByte) kein Problem beim gleichen Kontroller

The Transporter

Da steht auch nicht, das es mit Linux nicht geht.
Entscheidend ist, welches Dateisystem verwendet wird. Richtig ist, das alle FAT Systeme und NTFS nicht von Platten mit mehr als 2 Tb starten können. Aber auch nicht alle Linux Dateisysteme können mit diesen Plattengrößen starten. Das GPT Dateisystem ist derzeit Betriebssystem übergreifend die sicherste Lösung.

Neue Info zum UEFI Bug
Kennt sich zufällig jemand mit msi click bios II aus?

Muß ich hier jetzt mit EFI installieren oder ohne?

Wurzelgnom

Paco_m,'index.php?page=Thread&postID=91539#post91539 schrieb:...
Ein weiteres Problem mit UEFI kann das implementierte "SecureBoot" sein wo der Hardwarehersteller voreinstellen kann was für betriebssysteme du auf dem System installieren darfst... also da würd ich mir auf jeden Fall noch vom Verkäufer bestätigen lassen daß es keine Beschränkungen gibt. Wink

Da liegst Du nicht ganz richtig und der Verkäufer kann dabei gar nichts bestätigen weil die das meist nicht genau wissen dürften.
Aktiviertes SecureBoot sorgt nur dafür, das nur Betriebssysteme geladen werden, die einen signierten Bootloader haben.
Und das signieren liegt in der Zuständigkeit von Microsoft, welches auch Bootloader von Linux bereits signiert hat ( ua. den von Ubuntu ).

Und SecureBoot hat erst mal rein gar nichts mit UEFI zu tun. Und wie TheTransporter schon schrieb, SecureBoot ist Voraussetzung für Windows 8, soll aber abschaltbar sein. Und Hardwarehersteller dies nicht abschaltbar machen dürften sich selber ins Abseits stellen.
Und auch das speichern nur bestimmter Signaturen dürfte ein schlechtes Licht auf den Hersteller werfen. Wobei neue Signaturen per Update nachgereicht werden können.

Aktuelle Rechner, also welche aus dem Jahr 2013, sollten auch UEFI benutzen. Auf CSM (Compatibility Support Module) sollte man nur ausweichen, wenn man Probleme hat. Wobei da als erstes ein UEFI-Update in Frage kommt, sofern verfügbar.

Wer ganz sicher gehen will, sucht sich gleich einen Rechner aus, der das Betriebsystem seiner Wahl vorinstalliert hat. Oder geht zum Händler der auch Rechner auf Kundenwunsch zusammen baut und lässt sich da sein Wunschsystem zusammenschrauben und installieren. Treten Probleme auf, dann ist der Händler schon mal Ansprechpartner.
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